Unser Fahrer hatte wohl für sich kein Quartier gefunden und nächtigte im Auto. Als wir los fuhren(ca.9.00 Uhr) war eine schlechte Luft im Car und Inge machte diesbezüglich eine Bemerkung und fortan hüllte sich unser Fahrer in eisiges Schweigen.
Besichtigung des "
Junagarh Fort" - mag
Bikaner auch nicht zu den schönsten Städten Rajasthan gehören, doch der Stadtpalast ist zweifelsohne einer der schönsten überhaupt. Zwei besondere Merkmale unterscheiden das Fort von den meisten anderen Palästen, denn es liegt weder erhöht, noch war die Anlage Ausgangspunkt für die sich daran ansiedelnde Stadt, denn sie wurde erst über 100 Jahre nach der Stadtgründung erbaut.

Man betritt die von einem Wassergraben und einer 986m hohen und bis zu 9m breiten Mauer umgebene Palastanlage durch das von zwei riesigen Elefanten flankierte "
Suraj Pol". An den nächsten beiden Toren finden sich ähnlich wie im Meherangarh Fort in Jodpur die Handabdrücke der Frauen, die ihren fürstlichen Ehemännern nach deren Ableben auf dem Scheiterhaufen mehr oder weniger freiwillig folgten und so zu Satis wurden.
Durch eine kleine Unterführung betritt man den Eingangshof zum Palast. Im nun folgenden Gewirr der unzähligen Empfangsräume, Höfe, Hallen, Schlafgemächer, Dachterrassen und Tempeln wäre der Besucher hoffnungslos verloren und so wird man von gut ausgebildeten Führern durch die Palastanlage begleidet.

Begonnen wurde mit dem Bau ende des 16. Jh. unter
Raja Singh, der zu einem der mächtigsten Heerführer
Akhbars zählte. Er und seine Nachfolger, die als letzte treue Vasallen auf Seiten des letzten , verhassten die Mongul-Herrschers
Aurangzeb standen, steckten ihr in Kriegszügen angesammeltes Vermögen in den weiteren Ausbau des Palastes.
Interressant auch der Hauptpalast -
Hari Mantir, in dem die fürstlichen Hochzeiten und Geburten zelebriert wurden.
Karni-Mata-Tempel - Rattentempel in DeshnokEiner der bizarrsten Tempel Nordindiens findet sich an der Strasse nach Jodpur, 36km südwestlich von Bikaner.

Abscheu und Neugierde zugleich sind wohl -zumindest für Touristen- die beherrschenden Gefühle beim Gang durch die sehr schöne silberbeschlagene Eingangstür. Ein ekelerregender Gestank und tausendfaches Gequieke beherrschen das Innere des einer
Inkarnation der Göttin Druga geweihten Tempels. Hervorgerufen wird diese wenig einladende Atmosphäre von Tausenden von
Ratten und
Mäusen, die im Tempelkomplex verehrt und gefüttert werden. Als besonders glücksverheissend gilt der Anblick der äusserst seltenen weissen Ratten, doch haben wir leider keine gesehen.

Natürlich muss man wie in
jedem Tempel barfuss gehen- doch wir hatten immer Socken bei uns, da es Steinfussböden oder aus Marmor waren und diese sind sehr kalt.
Allerdings haben wir nach diesem Tempelbesuch unsere Socken entsorgt.
Früher Nachmittag zurück zum Hotel - direkt dahinter liegt der
Lalgarh-Palast, ist heute in drei Bereiche unterteilt: Privaträume des Maharajas, Luxushotel und ein Museum. Stammt aus den Jahren 1902 - 1926 und das äussere Erscheinungsbild, Bauzeit, Ambiente und heutiger
Verwendungszweck erinnert stark an den "
Umaid Bhawan in Jodpur.
Natürlich konnten wir uns in diesem Palast keinen Cafe genehmigen, dafür fanden wir gegenüber ein schönes Cafe mit Garten und genossen noch die warmen Sonnenstrahlen umgeben von exotischen Pflanzen.
Anschliessend fuhren wir zu der 10km nördlich gelegene
Kamelaufzucht Farm. Die staatliche Farm ist die einzige ihrer Art in ganz Asien und führt die Tradition des legendären Kamelkorps
Ganga Rissala fort, mit dem Maharaja Ganga Singh im 1. Weltkrieg an der Seite der Engländer gegen die Türken kämpfte.
Auch heute noch werden die Kamele für die Border der Security Force gezüchtet, doch vornehmlich kommen die Wüstentiere bei Paraden und Filmaufnahmen in Einsatz.

Unser Abendessen nahmen wir diesmal ganz traditionell in der Nähe unseres Hotels an einigen Garküchen ein.
Pakora= gebackene Teigtaschen mit scharfer Gemüsefüllung und
Samosa= frittierte Teigtaschen mit Kartoffel /Gewürzmischung, natürlich fehlte das gute indische Bier nicht!